Donnerstag, 12. März 2015

Im Test: Janome Skyline S5

Ganz schön spät diesmal mein Supertester-Bericht.
Ich mochte sie gerne, mir reicht sowas und im Vergleich mit meiner kleinen elna kann sie doch ein Paar Dinge mehr oder besser......



Ausstattung und Zubehör
Die „JANOME Skyline S5 “ ist eine reine Nähmaschine. Sie liegt preislich um 1000 Euro.
Sie wirkt sehr robust und kompakt. Sie ist auch recht schwer und macht einen stabilen und starken Eindruck.
Sehr praktisch und schön übersichtlich sind die Staufächer im „Anschiebetisch“ .
Alles ist greifbar, sogar Spulen, 2. Garnrollenhalter und Nähfüßchen finden ihren Platz und mit guter Organisation lässt sich alles Zubehör direkt in der Maschine unterbringen. Auch Obertransportfuß und Knopflochfuß können im hinteren Teil des „Tisches“ verstaut werden.
Dies erleichtert das Arbeiten sehr, da man sofort alles greifbar hat und keine losen Teile herumliegen müssen.


Bedienung, Funktionsknöpfe, Bildschirm
Ein kleiner, digitaler Bildschirm zeigt alle naktuellen Einstellungen und Sticharten.
Empfohlene Füßchen, Stichbreite und Länge, sowie Stichart werden digital dargestellt.
Die Einstellung erfolgt über Softtasten.
Die Nähfußstellung kann millimetergenau angepasst werden.
Nähfußdruck und Oberfadenspannung werden manuell über Rädchen geregelt.
Rückwärtslauf, Vernähfunktion, Nadelversenker und Schere sind gut erreichbar direkt oberhalb der Stichplatte angebracht.
Die Anordnung ist übersichtlich und praktisch.


Die Janome hat zusätzlich zum Fuß-Anlasser auch einen Knopf zum Starten und Stoppen. Das Füßchen kann per Taste oder per Kniehebel angehoben werden.
Die Maschine hat ein sehr breites Füßchen und einen kräftigen Transporteur.
Es gibt keinen Unterfadenwächter.
Den Kniehebel, der für mich evtl. noch etwas angepasst werden müsste, habe ich sehr zu schätzen gelernt, da er das Anheben des Füßchens sehr fein dosiert „erledigt“.
Auch der Fußanlasser bietet eine sensible Bedienung, er lässt sich Einzelstich-weise einsetzen und reagiert sehr genau.


Insgesamt übersichtlich, vollständig und für die Preisklasse sehr ordentlich.
Sehr vorteilhaft finde ich, dass man die Maschine links aufklappen kann, so kann man sehr leicht reinigen und Fadenfehler beheben. Ebenso ist die Reinigung und Wartung der Spulenkapsel etc. gut möglich.
Sowohl Einfädler als auch Fadenabschneider sind dabei und funktionieren einwandfrei.


Anleitung und Menueführung
Mit der Maschine kommt eine ausführliche, übersichtliche Bedienungsanleitung mit sehr detaillierten Zeichnungen. Ich fand sie sehr umfangreich, übersichtlich und gut verständlich. Ich habe auf Anhieb alles gefunden und fand alle Fragen beantwortet. Sehr ausführlich ist auch der Teil, der sich mit der Kombination und Programmierung von Mustern und der Wartung und Pflege beschäftigt. Auch Anfänger sollten hier alles finden, was sie benötigen. Ebenso liegt eine Video-DVD bei, die Anfängern sehr hilfreich sein wird.
Die Menueführung ist natürlich überschaubar. Über 6 Menues, ähnlich Karteikarten, können verschiedene Stichart-Gruppen angewählt werden. 
 

Alle Maschineneinstellungen sind gut sichtbar und leicht verständlich dargestellt.
Die verschiedenen Stiche werden über Zahlenkombinationen auf den Softtasten ausgewählt. Im Deckel der Fadenführung sind alle Stiche und Funktionen dargestellt und können so im Menue angewählt werden.
Das fand ich sehr angenehm, man benötigt tatsächlich keine Hefte, Blätter .
Ebenso wie beim Zubehör ist einfach alles an und in der Maschine.



Sticharten und Dekorfunktionen
Die Janome verfügt über knapp 200 Stiche und Dekore. Zusätzlich gibt es 2 Alphabete (davon ein kyrillisches, für das ich nun keine Verwendung hatte) sowie eine Monogrammfunktion.
An Nutz-Stichen bietet sie alles, was man zum Verarbeiten verschiedenster Materialien so braucht, auch ein gutes Sortiment an Stretch-Stichen ist vorhanden. Ebenso Knopflöcher und Stopf-Stiche. Eine Vernähfunktion per Knopfdruck ergänzt die Nutzstiche.


In der Auswahl sind außerdem 120 Zierstiche, die über eine Progammierfunktion auch gut kombiniert werden können, d.h. Man kann sie in Abfolge sticken und diese frei programmieren und speichern. Zierstiche können bis max. 9mm in der Breite erstellt werden. Sie lassen sich auch spiegeln und versetzen. Mit etwas Übung kann man vielfältige Zierstiche zusätzlich erstellen.
Insgesamt ein gutes Angebot, dass die Nutzstiche ergänzt.


Stichbild & Stofftransport
Die „Skyline“ verfügt über einen separat anzubringenden Obertransporteur, dieser wirkt zunächst „klapprig“ , funktioniert aber soweit gut. Beim Säumen von Jersey hat er gute Dienste geleistet. Allerdings muß man Schrauben beim Anbau sehr fest anziehen, sie neigen dazu, sich durch die Vibration zu lockern. Für dünne Stoffe wie Seide etc. mag er zusätzlich hilfreich sein. Gute Arbeit geleistet hat er auf rutschigem Wachstuch.


Für „normale“ Arbeiten habe ich ihn nicht gebraucht. Einfache Stoffe wie Webware oder Canvas näht die Maschine problemlos in allen Sticharten. Hier können die Standardeinstellungen verwendet werden. Beim Nähen von Stretchstoffen wie Jersey etc. sollte man den Füßchendruck stark reduzieren, da sonst Wellen entstehen. Mit Einstellung 2 ging jedoch auch das problemlos und brachte soweit gute Ergebnisse. Evtl. hier auch die Oberfadenspannung etwas lockern.


Ganz deutlich stark war die Verarbeitung dicker Stoffe. Da man das Füßchen zusätzlich mit dem Hand-Hebel weiter anheben kann, passt eine sehr dicke Lage Material unter das Füßchen und diese wird auch sehr zuverlässig genäht.
Saubere Stiche auch auf doppeltem sehr dickem Wollfilz und auch auf dickem Leder sind kein Problem, sogar Zierstiche funktionieren gut. Man sollte jedoch auch die entsprechende Nadel und das passende Füßchen verwenden, um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen.


Ebenso habe ich ausführlich auf Jeans getestet. Bis zu einer Dicke von 5 Lagen macht sie das wirklich ganz hervorragend und sauber, bei 6 Lagen danach stockte es, das schaffen jedoch andere Maschinen dann auch nicht mehr.
Kreatives Arbeiten ermöglicht zusätzlich der „Stopffuß, der zum Freihandsticken sehr gute Dienste leistet. Ebenso gibt es eine Knopflochschiene und einen Knopffuß. 
 


Fazit Nähmaschine:
In dieser Preisklasse eine robuste, vielseitige und benutzerfreundliche Maschine mit gut ausgestatteter Stichauswahl. Alle Materialien lassen sich sauber und zuverlässig verarbeiten.
Ich fand sie dank ihrer Robustheit sehr angenehm, sie läuft leise und hat weder Nadeln verschlissen noch Fäden „verschluckt“. Eigentlich hatte ich überhaupt keine Probleme. Alleine der Obertransporteur wirkt etwas klapprig, ist sehr laut, tut aber seinen Dienst.
Ich habe gerne auf ihr genäht und fand sie sehr zuverlässig und unkompliziert. Vor allem bei dicken Materialien war ich sehr positiv überrascht. Jersey hat sie nicht besser und nicht schlechter verarbeitet als die „hochpreisigeren“ Maschinen, die ich vorher im Test hatte.
Ich würde sie bedenkenlos weiterempfehlen für Näher, die eine gut ausgestattete, verlässliche Maschine mit Dekorfunktionen wollen und sehr unterschiedliche Materialien verarbeiten wollen, eine Allround-Maschine, die für ihren Preis wirklich viel bietet.

Alle anderen Testberichte findet ihr hier auf der Supertester-Seite

Dieser Post steht im Zusammenhang mit der Aktion Supertester vom Nähpark Diermeier
Im Rahmen dieser wurde mir die o.g.Nähmaschine zu Testzwecken kostenlos zeitlich begrenzt zur Verfügung gestellt. Es wird keine Vergütung gezahlt. Es handelt sich somit um einen reinen Produkttest. Der nähPark nimmt keinerlei Einfluss auf die Art der Berichterstattung und die dargestellte Meinung. Es handelt sich um meine persönliche Meinung und die Erfahrungen, die ich mit meinen Vorerwartungen mit der gestellten Maschine gemacht habe.




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1 Kommentar

knutselzwerg hat gesagt…

Klingt echt gut! Die Stiche auf Leder sind ja klasse!