Freitag, 10. Juli 2015

Singer Qantum - Supertester

Weiter geht es mit den Testberichten, ich bin mit dem hier posten leider etwas in Verzug. Heute etwas verspätet der Testbericht für die

Singer Quantum Stylist 9985

Ausstattung und Zubehör
Die „SingerQuantum Stylist“ ist eine reine Nähmaschine. Sie liegt preislich bei ca. 950 Euro und gehört damit nicht mehr zu den ganz einfachen, günstigen Maschinen. Innerhalb der SuperTester-Maschinen ist sie jedoch die preisgünstigste.

Die äußere Gestaltung ist zunächst ansprechend, die Maschine wirkt bei näherer Begutachtung aber recht „klapprig“. Kunst-stoffteile sind locker, auch der Stecker für die Stromzufuhr ist nicht fest. Insgesamt wirken die Außenteile nicht sehr robust und sind auch nicht wirklich stabil. Der Nähtisch ist leider auch nur sehr locker eingehakt und löst sich leicht vom Freiarm. Der Fußanlasser ist eher klein und ebenfalls etwas klapprig für diese Preisklasse.Der FarbTouchscreen ist ansprechend, wenn auch in der Darstellung etwas grob, dazu später mehr.

Die Singer Quantum ist geräumig und übersichtlich gestaltet. Alle wichtigen Funktionen sind übersichtlich angeordnet. Sowohl die Deckelklappe mit Stichabbildungen, als auch die Nähtischklappe für das Zubehör bieten schönen Stauraum.
 Die Fadenführung beim Spulen fand ich etwas unübersichtlich, dies ist aber sicher Gewohnheitssache. Die Singer verfügt über einen Horizontalgreifer, das Einlegen der Spulen und Abschneiden des Spulenfadens funktioniert sehr handlich. Die Quantum besitzt eine schnelle Fadenschere und einen recht zuverlässig funktionierenden Einfädler.

Zur Maschine gehört ein zunächst im Vergleich zu anderen Maschinenpaketen klein wirkendes, aber doch vielseitiges Ausstattungspaket mit diversen Füßchen (Blindstichfuß, Reiss-verschlussfuß, Knopflochschlitten, Rollsaumfuß, Coverfuß, , Stickfuß..) und Helfern, sowie Wartungszubehör. Die Füßchen sind gut gekennzeichnet, wirken auch etwas klapprig, zeigen sich jedoch im normalen Einsatz als funktionsfähig. 

Insgesamt wirkt die Maschine mit ihrem Gehäuse und der Ausstattung klapprig und nicht der Preisklasse entsprechend.


Bedienung, Funktionsknöpfe, Bildschirm
Die Bedienung erfolgt über einen kleinen Farb-Touchscreen und Tasten an der Maschine. Rückwärtslauf, Nadelposition, Faden-schneider und Geschwindigkeit werden über Tasten geregelt. Ebenso gibt es eine Taste für Start/Stop. Der Füßchendruck kann über ein Drehrad an der Seite verstellt werden. Die Stichauswahl und -Einstellung erfolgt über den Bildschirm. Da es nicht so viele Einstellungsmöglichkeiten gibt, bleibt es dabei übersichtlich. Somit ist eine „intuitive“ Bedienung bei etwas Näherfahrung möglich. Ich habe das Anleitungsheft eigentlich nicht gebraucht.
 
Die Papieranleitung ist knapp gehalten, da die Maschinen aber auch in den Funktionen begrenzt ist, bleibt sie noch ausreichend. Die wichtigsten Funktionen sind gut erklärt. Hier wünscht man sich aber in der Preisklasse etwas mehr, als ein schwarz-weiß DinA5 Heftchen in mehreren Sprachen. Ein alphabetisches Register ist leider nicht vorhanden. So ist das Zurechtfinden eher mühsam.


Sticharten und Dekorfunktionen
Die Quantum hat insgesamt 127 Nähprogramme, davon 13 reine Nutzstiche, 95 Dekorstiche und 13 Knopflochvarianten. Insgesamt also eine reichhaltige Ausstattung, die für alle normalen Näh-arbeiten genügend und auch schöne Auswahl bietet. Interessant sind die Coverstiche, da man mit dieser Maschine und ihren guten Leistungen auf Jersey und Sweat tatsächlich auch ohne OverlockMaschine gut arbeiten kann, wenn man viel Kleidung aus dehnbaren Stoffen näht.
Stichbreite und Stichlänge können fein geregelt werden. Die Anzeige auf dem Screen zeigt übersichtlich die gewählte Stichart, gibt die Empfehlung für den zu wählenden Nähfuß. Großes Manko war hier für mich, dass das im Touchscreen gezeigt Stichbild mit dem genähten oft nicht wirklich übereinstimmt bei den Dekorstichen. Verändert man Breite oder Stichlänge, ergibt die Darstellung auf dem Bildschirm kein realistisches Bild vom dann genähtes Stich. Auch weicht die Darstellung in Feinheiten von der Stichabbildung in der Klappe ab. 

 
Diese Abweichungen fand ich sehr störend, eine Stichdarstellung am Screen, die vom dem Nähergebnis so deutlich abweicht, macht keinen Sinn. (Hier im Bild Vergleich Einstellung und Stichbild)

Leider fehlt die Funktion Musteranfang/Ende für die Zierstiche mit Motiv. Gut ist die Möglichkeit, einzelne Zierstichelemente zu einer Musterbordüre (Abfolge) zusammenzusetzen, man kann diese auch spiegeln, leider gibt es dafür aber keine Speicherfunktion.

Überzeugen konnte die Singer dann doch bei Transport und Fadenspannung. Der Transport läuft auf diversen Materialien sehr grade und gleichmäßig, sofern man das vorgeschlagene Nähfüßchen verwendet. Auch auf Jersey gab es gut Ergebnisse bei einem Füßchendruck von 1 (niedrigster). Hier hielt sich auch die Wellung bei dichteren Zierstichen in Grenzen. An der Fadenspannung musste ich nur nachregeln beim Nähen von sehr dicken Schichten, wie Leder und Jeans. 
 
Transport und Stichbild fand ich also überzeugender und zuverlässiger, als es der etwas klapprige Eindruck vermuten ließen.

Leider läuft die Maschine sehr langsam, bei aufwändigeren Zierstichen ist das sehr, sehr zeitraubend, es führte bei mir dazu, dass ich viele Stiche nicht benutzt habe, weil mir das extrem langsame Tempo wirklich Schwierigkeiten bereitete.


Fazit Nähmaschine:
Eine funktionell mängelfreie Maschine, die jedoch in der Verarbeitung und Ausstattung einen nicht preis-adäquaten Eindruck hinterlässt. Bei einem Testraum von wenigen Wochen kann ich leider keine Aussage über die Langlebigkeit der Maschine machen, aufgrund der klapprigen und wenig robusten Verarbeitung hätte ich hier gerne Langzeit-erfahrungen. Es kam bei anderen Testern schon zu diversen kleineren Störungen wegen einfacher Verarbeitung, so ganz mag ich der Qualität auf Dauer daher nicht trauen.

Sehr störend fand ich die nicht mit den Stichbild übereinstimmende Darstellung der Stiche am Touchscreen. Das ist für mich ein deutlicher und relevanter Mangel. Ebenso ein Kritikpunkt ist der seitlich verschiebbare Nähtisch. Er ist mir beim Nähen von größeren, schwereren Stücken mehrmals abgerutscht. Trotz gutem Transport und z.T. Sehr guten Nähergebnissen wirkt die Maschine etwas „billig“, obwohl sie das in der Preisklasse um 1000 Euro nicht mehr ist. Da sie jedoch keine funktionellen Mängel hatte, insgesamt eine noch „gute“ Maschine.

Ich hoffe, die Infos sind für Euch hilfreich!




Dieser Post steht im Zusammenhang mit der Aktion Supertester vom Nähpark Diermeier
Im Rahmen dieser wurde mir die o.g.Nähmaschine zu Testzwecken kostenlos zeitlich begrenzt zur Verfügung gestellt. Es wird keine Vergütung gezahlt. Es handelt sich somit um einen reinen Produkttest. Der nähPark nimmt keinerlei Einfluss auf die Art der Berichterstattung und die dargestellte Meinung. Es handelt sich um meine persönliche Meinung und die Erfahrungen, die ich mit meinen Vorerfahrungen und Bedürfnissen mit der gestellten Maschine gemacht habe.
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