Dienstag, 15. März 2016

BERNINA Bandeinfasser auf der Cover L220

Ich habe es schon angekündigt, dass ich den BERNINA-Bandeinfasser für die Cover L220 testen werde.
Hier kommt für Euch mein Test mit Tips und einer ausführlichen Anleitung:


Für die BERNINA Cover L220 geeignet sind die Bandeinfasser #88 von BERNINA,  Hier kann man nur mit nicht-vorgefalzten Bändern arbeiten. Den Bandeinfasser gibt es in verschiedenen Breiten. Für die Arbeit mit Jersey und Sweat empfehle ich hier die Breite 38 mm. Die Variante 32 mm geht für dünnen Jersey auch noch, Sweat, Bündchenware und andere dickere Stoffe funktionieren damit aber nicht. Der ganz schmale Bandeinfasser 28 mm eignet sich wirklich nur für die Arbeit mit ganz dünnen Stoffen, das fertige Band ist nicht mal 6 mm breit. Der 38 mm - Bandeinfasser produziert einen Bandrand von knapp 10 mm Breite, das ist sogar bei Trägerhemdchen und anderen feinen Arbeiten perfekt. 
(Die Bandeinfasser #87 passen auch, arbeiten aber nur mit fertig vorgefalzten Bändern)



Um den Bandeinfasser für die Cover L220 zu nutzen, muss man separate Schrauben kaufen, die auf das Gewinde der L220 passen. Es gibt auch einen Adapter, der auf das vorhandene Gewinde geschraubt wird und oben dann  mit den normalen BandeinfasserSchrauben befestigt werden kann. Er kommt demnächst als Adapter in die Shops, kostet aber um die 20 Euro. Günstiger und schneller ist die Variante der neuen Schrauben. Die Bezugsquellen findet ihr am Ende des posts.


Der Bandeinfasser wird nur mit diesen 2 Schrauben ganz zügig an der L220 befestigt. Das dauert nur Sekunden. Dann kann es sofort losgehen. 


Das Band, dass ihr verwendet, kann aus Jersey oder Bündchenware normal von der vollen Stoffbreite abgeschnitten werden. Hier ist ja die Dehnung durch das Material gegeben und es muß im Gegensatz zu Webware nicht schräg geschnitten werden. Sehr praktisch, so könnt ihr Euch den Jersey auf voller Breite gleich zu einem richtig langen Streifen schneiden. Ich mache das mit Rollschneider und Lineal, bzw. dem Linealschneider von Snaply auf der Breite 3,75 mm. Man muß das Band nicht unbedingt aufrollen, kann man aber. Dafür eignet sich auch ein Stäbchen oder eine leere GarnKone oder eben eine breite Spule. 
(Schrägbänder aus Webware könnt ihr ungefaltetet in dieser Breite in vielen Farben günstig kaufen, oder selbst machen, dafür gibt es hier oder hier gute Anleitungen).


Und so geht das Einfädeln des Bandes:
Band schräg anschneiden und mit der Rückseite nach vorne in die Führung einfädeln... mit der Pinzette kann man durch den Schlitz in der Führung das Band ganz durchschieben und unter dem Nähfuß greifen.
Jetzt ganz nach hinten unter dem Nähfuß durchziehen. Jetzt ist das Band automatisch korrekt gefaltet und es kann schon losgehen. Wenn man jetzt die Nadeln absenkt oder ein Paar Stiche näht, kann man gleich den Stoff einfädeln und loslegen. 
Man hat also immer einen losen Bandanfang, der hinter das Nähfüßchen gezogen werden muß.


Den Stoff einzufädeln geht ganz einfach, man muß ihn nur mit der Pinzette knapp in das gefaltete Band direkt unter dem Füßchen einstecken. Wenn er einmal vom Transporteur gegriffen wird, läuft das fast automatisch, hier muß man nur wenig führen, wenn man Kurven näht. 

Jetzt müssen wir noch etwas an den Feineinstellungen des Bandeinfassers schrauben, er muss gut positioniert werden, damit er das Band so einzieht, dass es korrekt unter dem Nähfuß liegt. Die Maschineneinstellungen muß man nicht verändern. 

Hier seht ihr die beiden Möglichkeiten, den Bandeinfasser zu positionieren:

Die vordere Führung sitz bei mir, wenn es optimal läuft minimal links von der hinteren Führung, die hintere ist bündig mit der rechten Kante des mittleren Füßchenteiles. Sieht man auf dem Bild recht gut.


Die roten Pfeile zeigen die Schrauben, die die hintere Führung des Bandeinfassers verstellen.


Die blauen Pfeile zeigen, wie der Bandeinfasser an der vorderen Führung verstellt werden kann.


Auf den Proben hier kann man gut sehen, dass ich die Einstellungen solange anggepasst habe, bis die Nähte mittig auf dem genähten Band liegen, dies wird alleine durch die oben gezeigten Schrauben erreicht, also das Verstellen der hinteren und vorderen Führung. Alle anderen Schrauben konnte ich so lassen! Am Probestück in der Kurve deutlich zu sieht man deutlich, dass die Führung weiter nach rechts musste, also das band zu weit nach links geschoben wurde.


So wäre es richtig. Hier müßt ihr etwas testen, die Einstellung ist dann aber immer wieder gleich. Ich habe mit einer Einstellung alle Materialien genäht, auch Webware und Kunstleder und mußte an der Positionierung des Bandeinfassers nichts mehr ändern.

Das Band muss beim Nähen so laufen, dass die rechte Kante mit dem mittleren Nähfußteil abschließt, also unter den rechten Füßchenteil KEIN Band läuft, dann läuft es perfekt. Hier muss man beim Nähen wirklich nur darauf achten, dass sich das Band glatt einfädelt in die vordere Führung. Bei Jersey ziehe ich das Band etwas an, indem ich mit der rechten Hand etwas führe.


Der Bandeinfasser macht die untere Umschlagkante etwas breiter als die obere.  Das läßt sich nicht verstellen. Man kann auch nur mit 2 Nadeln (links oder rechts ausfädeln) nähen oder mit der Kettnaht. Ich habe auch fertiges, nichtgefalztes Schrägband getestet, man kann auch seine Reserven an gefalztem Band einfach glattbügeln und es dann verwenden, wenn es die richtige Breite hat.



Insgesamt ging das viel einfacher, als ich gedacht hatte.  
Ausklappen muß man das vordere Teil nur zum Einfädeln und beim Abschneiden des Bandes am Ende der Näharbeit. Wenn man ein weiteres Teil mit demselben Schrägband nähen möchte, schneidet man natürlich hinter dem Nähfuß ab.

 

 Fertig genäht habe ich für mich jetzt ein Trägerhemd.
(Schnitt Malotty)


 Wenn ihr Fragen habt, stellt sie gerne als Kommentar hier unter dem Post.


Schrauben zur Montage an der Cover L220  sind einfache, metrische Schrauben mit Gewindegröße 3,5, Gewindelänge max. 6 mm, gibt es auch in jedem Baumarkt (können bei Nähpark für 2,80 Euro per mail oder telefonisch mitbestellt werden, sie sind noch nicht im onlineShop)
die Adapterplatte, die preislich (ab 20 Euro) aber gegenüber den Schrauben uninteressant ist, sollte demnächst in shops zu bekommen sein. In der Handhabung bietet sie keinen Vorteil.
Dies ist kein Werbepost, sondern ein Produkttest. Der Bandeinfasser wurde mir von nähpark zur Verfügung gestellt





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16 Kommentare

Nähzirkus hat gesagt…

Wie klasse ! Den brauch ich unbedingt ! Ganz grosses Dankeschön für die ausführliche Beschreibung♡♡♡
Liebe Grüsse
Kerstin

Gitta Röckl hat gesagt…

Super gut erklärt, alles eine Sache der Übung. Ich arbeite selbst mit dem breiteren Bandeinfasser, den ganz schmalen hatte ich getestet und er hat mich nicht überzeugt. Danke für deine guten Tipps, ich denke damit kann selbst jede Hobbyschneiderin alles umsetzen.

kuschelsterndal hat gesagt…

Toller Bericht, tolle Fotos! Bin begeistert! Jetzt wird mir so manches klarer.... *lol* Dankeschön!

Elblilly hat gesagt…

Danke für deinen Erfahrungsbericht! Ich stehe mit den Dingern, egal an welcher Maschine, auf Kriegsfuß...muss da wohl nochmal ran....mag ja auch so schöne Kanten haben :)

heike hat gesagt…

Das ist ja klasse. Eine Cover hab ich zwar noch nicht, aber ich kann ihn ja schonmal für meine bernina nutzen
LG Heike

Melli hat gesagt…

Danke für deinen Bericht. Ich Cover selbst mit der babylock und liebe den banbdeinfasser. Was mich ein wenig schockiert ist, dass bei diesem Preis nicht einmal zwei Schrauben inclusive sind. Das ist ein wenig armselig. Der Fuss von babylock kostet viel weniger und hat sie dabei...zudem noch eine führungsschiene, damit man das lange Band nicht aufrollen muss.

Erstaunt mich wirklich bei so einem Produkt, aber bestätigt einmal mehr bestimmte Meinungen


Danke trotzdem, Nette :)

regenbogenbuntes hat gesagt…

Melli, das ist anders, es sind ja Schrauben dabei, die passen auf die bernina Nähmaschinen. Dafür ist der Bandeinfasser auch gedacht gewesen. Man kann ihn aber auch auf der Cover nutzen, da diese aber andere Gesunde hat, muss man zusätzliche Schrauben mitbestellen.

hengstmade hat gesagt…

Danke Nette 😉
Ich mach es auch so. Dann bin ich auf dem richtigen Weg!
LG Simone

Paula hat gesagt…

Ey weißte, wenn ich geahnt hätte, dass nach dem Lesen deines Blogposts mein Plan, die Anschaffung einer Cover nochmal auf unbestimmte Zeit zu vertagen, ins Wanken kommt (eigentlich hatte ich beschlossen, erstmal eine richtigrichtigrichtig gute Nähmaschine anzuschaffen und den Coverluxus noch ein paar Jahre aufzuschieben)- dann hätte ich es gelassen und wäre ein andermal hier vorbeigekommen. Aber gut, vielleicht erstmal eine richtigrichtigrichtig gute Nähmaschine plus einen Bandeinfasser.

Das Ergebnis finde ich jedenfalls sehr überzeugend.
Schigges Hemd, würde der Sohn jetzt sagen.

regenbogenbuntes hat gesagt…

So soll es sein, das ist wirklich anz einfach.

regenbogenbuntes hat gesagt…

Hehe, Fragen geklärt? Dann hat sich die arbeit ja gelohnt....

regenbogenbuntes hat gesagt…

Genau, das ggeht auch sehr gut.... ich selbst habe keine Bernina-Nähmaschine - noch nicht, daher kann ich das nur an der Cover zeigen...

regenbogenbuntes hat gesagt…

Ja, die Verlockungen sind immer gross, wenn man so sieht, was es alles gibt.... in der Zeit, als wir die SupertesterMaschinen hier hatten, hatte ich auch das Gefühl, die bedürfnisse wachsen.... aber es muß ja nicht alles auf einmal sein....

pipa pocoloco hat gesagt…

Liebe Nette,
vielen Dank für diese ausführliche Anleitung, da hast du dir wirklich viel Mühe gemacht.
Ich werde es direkt ausprobieren, sobald meine Cover ausgepackt ist.

Viele liebe Grüße und ein schönes Restosterfest.

Paola

mis Naturchind hat gesagt…

hallo, wie breit hast du das geschnitten, das Jerseyband. Und ging das gut, das quirlige jersey so anzunähen? Ist cuuler beitrag, danke.
Liebe grüsse anita

Pfefferminze hat gesagt…

Ganz herzlichen Dank für deine Anleitung, damit hab ich es auf Anhieb geschafft den bandeinfasser in betrieb zu nehmen.
Webware klappt super. Ganz perfekt.
Mit Bündchenstoffen stehe ich allerdings noch auf Kriegsfuß. Muss ich da noch irgendwelche Einstellungen verändern? (ZB. Fadenspannung oder Stichlinge o.ä. ?)

Viele Grüße. Rebecca